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Sossusvlei und Sesriem Canyon

Mitten in der Namib Wüste gelegen befinden sich zwei der landschaftlichen Highlights Namibias: das Sossusvlei, Namibias „Markenzeichen“, eine von Sanddünen umgebene Salztonpfanne (vlei). Mit bis zu 300 Metern Höhe gehören die rotglühenden Sanddünen nicht nur zu den höchsten der Welt, sondern durch ihre sternförmige Ausdehnung (Sterndünen) auch zu den attraktivsten. Unweit fällt der Sesriem Canyon 30 Meter tief in die Erde hinab und bietet nicht nur passionierten (Hobby-) Geologen einen imposanten Einblick in die Erdgeschichte Namibias.

Geschichte der ältesten Wüste der Welt

Das Sossuslvei und der Sesriem Canyon liegen im Namib Naukluft Park, dem größten Naturschutzgebiet Afrikas. Über Millionen von Jahren transportierte der Oranje Fluss Sand ins Meer, den der Benguela Strom entlang der Küste Richtung Norden beförderte. An den Küsten entstanden Küstendünen, die durch den ständig wehenden Südwest-Wind landeinwärts getrieben wurden.

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Diese Wanderdünen lassen immer wieder ein neues Schauspiel entstehen, nie sieht die Landschaft gleich aus. Wer die Dünen bezwingen will, sollte sich darauf einstellen, dass der Leehang immer steiler ist als der Luvhang; über den flachen Hang treibt der Wind die Sandkörner hinauf, die dann vom Dünenkamm im Windschatten herunter fallen.

Sehr selten bildet sich – und nur nach heftigen Regenfällen – in der Lehmsenke ein türkisblauer See; dann gelangt Wasser durch das Tsauchab Rivier in dasVlei und bleibt durch die wasserundurchlässige Lehmschicht eine Zeit lang stehen. Ansonsten ist die Senke trocken.

Sossuslvei Unweit befindet sich der Sesriem Canyon, eine bis zu 30 Meter tiefe, drei Kilometer lang und nur wenige Meter breite Schlucht, die das Tsauchab Rivier über Millionen von Jahren in das Gestein gespült hat. Vor 30 Millionen Jahren trug der Tsauchab Gestein und Sand hierher, das sich ablagerte und verfestigte sich zu Konglomeraten.

Später, als der Fluss mehr Wasser führte, trug er Gestein wieder davon und ließ so die Schlucht entstehen. Die Erosion findet bis heute statt, allerdings reduzierter, da der Tsauchab selten so viel Wasser führt. Der Name ist übrigens Afrikaans und bedeutet „Sechs Riemen“.

Am Ende der Rinne befinden sich Becken, die sich bei starkem Regen füllen. Die ersten Siedler gaben dem Ort diesen Namen, da sie aus sechs Riemen, die sie aus den Fellen von Gemsböcken gewannen, ein Seil banden, mit dem sie Wasser aus diesen Becken hoch holen konnten auch wenn alle anderen Wasserquellen versiegt waren. Zum Ende hin wird der Canyon immer flacher und wird zu einem breiten Tal, das über eine Länge von 60 Kilometern ins Sossusvlei hineinführt.

 

Landschaft & Klima

Die Namib ist die älteste Wüste der Welt, die dort lebenden Tiere und Pflanzen haben sich über Jahrmillionen den extremen Klimabedingungen angepasst. Mit bis zu 48 °C in den Sommermonaten und nahezu keinerlei Niederschlägen erscheint die Gegend lebensfeindlich. Das Sossusvlei und der Sesriem Canyon liegen in der so genannten Dünen- oder Zentralnamib, die Sandlandschaft erstreckt sich über eine Länge von 300 und eine Breite von 140 Kilometern.

Flora & Fauna

Auch wenn die Sandberge des Sossusvlei lebensfeindlich wirken, finden sich bei näherem Hinsehen doch die unterschiedlichsten extrem gut an die Umgebung angepassten Tiere und Pflanzen.

NAM_2010_1TKI_1635 So zum Beispiel Ohrengeier, die in den Baumkronen der abgestorbenen Akazien am Rande des Tsauchab Riviers ihre Nester bauen, Oryxe, Sandgeckos oder Springböcke. Bei den anderen Bewohnern muss man im Sand lesen können, um deren Anwesenheit zu erahnen: Nebeltrinkerkäfer, Hornvipern und Antilopen hinterlassen ihre markanten Abdrücke im Sand. Und viele Tiere halten sich tagsüber vor allem unter dem Sand auf, so etwa der Wüstengoldmull. Das Vlei selbst ist von Reet umgeben.

Im Sesriem Canyon stehen selbst in Trockenzeit Wassergumpen; diese locken alle möglichen Wüstentiere wie Oryxe, Schakale, Löffelhunde und Springböcke, aber vor allem auch Vögel wie Rosenpapageie an. In den Höhlen und Nischen des Canyons nisten unter anderem Schleiereulen und Berguhus.

Ansonsten finden sich viele Dornenbüsche, die nach Regenfällen herrliche Blüten zeigen, sowie Witgatbäume (Weißstamm) und Südwester-Lorbeer, Bitterbusch und eine Sykomore.

Touren, Unterkünfte und Camps im Sossusvlei und Sesriem Canyon

Für einen Besuch des Sossusvlei und des Sesriem Canyons fährt man am besten von Windhoek aus auf der B1 bis Rehoboth, nimmt die C24 nach Solitaire vorbei am Spreetshoogte Pass und dann die C14 Richtung Sesriem. Hier liegt das Sesriem Camp, das neben dem einzigen Zugang zum Dünengebiet auch durch den Staat betriebene Übernachtungsmöglichkeiten auf einem Campingplatz sowie in der Sossus Dune Lodgeprivate Unterkünfte bietet.

Über die einzige Straße in der ganzen Region gelangt man zum Ende des Tsauchab Rivier in den Sanddünen. Für die knapp 65 Kilometer lange Strecke sollte man mindestens eine Stunde einplanen.

Gleich nach dem Eingangstor befinden sich die Elimdüne sowie die Düne 45, die sich besonderer Beliebtheit durch ihre unglaublichen Ausmaße erfreut, aber durch ihre leichte Begehbarkeit und als imposantes Fotomotiv (Der Name stammt nicht, wie oft gedacht von der Entfernung zwischen dem Tor und der Düne, nämlich 45 Kilometer – dies ist reiner Zufall. Vielmehr haben sich die Ranger, statt Namen für alle Dünen zu überlegen, diese durchnummeriert).

Vom Parkplatz bei Kilometer 60 aus kann man Touren zum Hidden und zum Dead Vlei starten, wobei vor allem letzteres durch die hunderte Jahre alten, verdorrten Kameldornbäume, die durch die Sonneneinstrahlung bleich wie Skelette erscheinen, ein einmaliges Erlebnis bietet.

Besonders schwierig ist das letzte Stück (vier Kilometer) durch weichen Sand, weshalb sich die Tour mit einem 4×4-Fahrzeug anbietet. Wer lediglich ein normales Auto hat, muss die letzten vier Kilometer zu Fuß gehen. Doch dann endlich erreicht man das Sossusvlei und kann sich an einer Besteigung über den Kamm der Dünen versuchen und die spektakuläre Aussicht über die golden- und orangefarbenen Sandwüste freuen. Man sollte bei der Tour auf jeden Fall bedenken, dass eine Rückkehr ins Camp bis Sonnenuntergang vorgeschrieben ist.

Besonders gut erschließen sich die Weiten und die sternförmigen Ausläufer der Dünen bei Fly-in Safaris mit Kleinflugzeugen oder dem Heißluftballon. Die Flüge starten auf Grund der Thermik in den frühen Morgenstunden. Von oben bietet sich in der aufgehenden Sonne der schönste Überblick über die roten Sanddünen. Flüge werden ab Windhoek, Swakopmund oder Walvis Bay angeboten.

Wer gut zu Fuß ist, kann vom Parkplatz aus in den Sesriem Canyon hineinwandern. Dies ist zwar bei weitem nicht mit der anstrengenden Wandertour durch den Fish River Canyon zu vergleichen, doch gutes Schuhwerk braucht man allemal. Es bietet sich an, die Schlucht erstmal von oben zu betrachten; es ist wirklich eindrucksvoll, wie sich die Erde unversehens auftut und man bis zu 30 Meter hinab blicken kann.

Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück ins Naukluftgebirge, der neben dem anspruchsvollen Naukluft Hiking Trail auch einfachere Tageswandertouren bietet.

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Beste Reisezeit

Ein Besuch des Sossusvlei und des Sesriem Canyon ist ganzjährig möglich, jedoch empfiehlt es sich, eher im Winter anzureisen, als in den nahezu unerträglich heißen Sommermonaten Dezember und Januar. Die Öffnungszeiten sind reglementiert; die Tore werden morgens geöffnet und man muss bis Sonnenuntergang wieder zurück sein.

Den schönsten Eindruck der imposanten Sanddünen gewinnt man bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn das Licht den Sand intensiv Rot färbt und alles leuchtet. Für einen Ausflug in den Canyon sollte man die Morgenstunden wählen, dann ist die Hitze nicht ganz so groß. Imposant wirken die Dünen auch aus der Luft – es empfiehlt sich ein Balonflug, den es lohnt vor Reiseantritt zu buchen.

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