• Nachhaltige Camping-Reise in Namibia

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  • Zu Besuch beim Volk der San in Namibia

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  • Dinner in einem lokalen Restaurant in Namibia

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Nachhaltige Safari durch Namibia

Namibia ist Afrikas Vorreiter in punkto Nachhaltigkeit. Nach dem Motto „By the people, for the people“ sind hier in sogenannten Communal Conservancies viele Einheimische organisiert, die sich in Eigenregie und unabhängig vom Staat um Naturschutz, nachhaltigen Tourismus und viele Umweltprojekte im Land kümmern. Ein toller Ansatz, der Vorbild sein könnte für viele andere Länder. Zudem hat Namibia mit seinen 26 Nationalparks und Reservaten ein umfassendes Artenschutzprogramm. Da sollte es selbstverständlich sein, auch als Besucher des Landes einen Beitrag zu leisten.

Umweltfreundliche Rahmenbedingungen für die Reise

Schon beim Planen der Reise können Sie einiges für die Umwelt und den Naturschutz tun.

Reiseanbieter

Mit ihrer Buchung können Reisende direkt die Reiseanbieter unterstützen, die sich aktiv in ökologischen und/oder sozialen Projekten engagieren. Nachhaltig orientierte Reiseanbieter legen Wert darauf, die unvermeidbare Schadstoffemissionen, die durch Flüge und Transfers entstehen, durch CO2-Kompensation auszugleichen. Etwa, indem sie Projekte unterstützen, die sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einsetzen.

Zudem ist es umweltfreundlichen Reiseanbietern ein Anliegen, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Zum Beispiel reduzieren sie den Papierverbrauch und stellen Infomaterial für die Reisenden möglichst digital zur Verfügung oder ersetzen Einwegartikel aus Plastik wie Tüten, Strohhalme oder Becher durch nachhaltige Alternativen.

Der Fokus auf Nachhaltigkeit geht aber nicht zu Lasten eines abwechslungsreichen Reiseprogramms. Natur- und Erlebnisreisen können Sie durchaus zu den Besonderheiten des Landes führen und sich gleichzeitig für den Umweltschutz stark machen. So erleben Sie auf nachhaltige Weise eine Rundreise durch Namibia, den Kontakt zu einheimischen Stämmen und Highlights in der Natur, wie sehenswerte Landschaften und Nationalparks.

Transportmittel

Auf Reisen und vor allem Safaris ist es aus Gründen der Nachhaltigkeit ratsam, möglichst umweltfreundliche Transportmittel zu nutzen. Das ist in Namibia allerdings nicht ganz einfach umzusetzen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Namibia von A nach B zu kommen, ist nicht uneingeschränkt möglich, denn das Verkehrsnetz an Bus- und Bahnlinien ist nur begrenzt ausgebaut. Busse fahren nur auf den für die Bevölkerung wichtigen Hauptstrecken und sind nicht auf eine flächendeckende Beförderung von Touristen ausgelegt. Einen innerstädtischen Busverkehr gibt es nur in der Hauptstadt Windhoek. Private Busunternehmen bieten zudem Verbindungen zwischen den Städten Swakopmund, Walvis Bay, Windhoek, Keetmanshoop, bis hin zu den Victoria Falls (Grenzgebiet Zimbabwe und Sambia) und Kapstadt (Südafrika), mit Zwischenstopps in kleineren Orten an.

Auch die staatliche Eisenbahngesellschaft TransNamib spielt im öffentlichen Personenverkehr eine sehr untergeordnete Rolle. Es geht nur langsam voran, der Reisekomfort ist spartanisch und die Reiseziele sind begrenzt. Das liegt daran, dass das Schienennetz vorwiegend der deutschen Kolonialzeit entstammt und für militärische Zwecke gebaut wurde. Die Hauptstrecke führt vom südlichen Ariamsvlei über das westliche Walvis Bay bis nach Tsumeb im Norden. Zweigstrecken führen nach Lüderitz, Gobabis, Outjo und Grootfontein.

Aufgrund dieser Voraussetzungen können Sie das Land beziehungsweise die Städte nicht ausschließlich mit umweltfreundlicheren öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen. Je nachdem, welche Strecken Sie bewältigen möchten, sind die öffentlichen Verkehrsmittel aber durchaus eine Alternative zu umweltschädlichen Transportmöglichkeiten.

Weitere Verkehrsmittel in Namibia:

  • Mietwagen: Das Fortbewegungsmittel Nummer eins ist in Namibia der Mietwagen. Mangels eines flächendeckenden Verkehrsnetzes können Sie nur auf diesem Weg das Land uneingeschränkt erkunden. Das Straßennetz ist für ein Land wie Namibia gut ausgebaut. Allerdings sind die Distanzen zwischen den Ortschaften recht groß, was lange Fahrtzeiten bedeutet. Dazu kommt, dass das Unfallrisiko in Namibia nicht gerade gering ist und die Kosten für entstandene Schäden am (in der Regel nicht versicherten) Fahrzeug grundsätzlich dem Touristen aufgeladen werden.
  • Taxi: Mit dem Taxi zu fahren, ist in Namibia preiswert, aber nur bedingt möglich. Zum einen gibt es Taxis nur in größeren Städten, zum anderen sind sie oft nur für feste Strecken zugelassen. Zum Schutz vor Raubüberfällen sollten Sie sich ein Taxi immer vom Hotel- oder Restaurantpersonal rufen lassen.
  • Überlandtaxi: Neben den einfachen Taxis gibt es Überlandtaxis, die als Kleinbusse die Einheimischen transportieren. Allerdings befördern die Fahrzeuge oft doppelt so viele Menschen wie Sitzplätze vorhanden sind.
  • Flugzeug: Aufgrund der großen Distanzen zwischen den Ortschaften sind Inlandsflüge durchaus hilfreich auf der Reise durch Namibia, aber nicht gut für die Umwelt.

Respekt gegenüber Menschen und Natur

Reisende können einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Tourismus leisten, indem sie in ihrem Urlaub behutsam mit der Natur umgehen und die lokalen Gepflogenheiten respektieren.

Die lokale Bevölkerung achten

Zu Besuch beim Volk der San in Namibia
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In Namibia leben bis zu zwölf verschiedene Bevölkerungsgruppen. Jede von ihnen hat ihre eigenen kulturellen, religiösen, sprachlichen und historischen Traditionen, ihre eigenen Normen und Werte. Diese gilt es zu respektieren – schließlich sind Sie als Reisende nur Gast in dem Land.

Was Sie tun können:

  • Verhalten Sie sich höflich und respektvoll gegenüber Einheimischen.
  • Kommen Sie der Bevölkerung entgegen, indem Sie ein paar Brocken ihrer Sprache lernen.
  • Fragen Sie nach der Erlaubnis, ehe Sie eine Person fotografieren oder filmen.
  • Kleiden Sie sich angemessen in religiösen Stätten.
  • Stören Sie keine Rituale wie Beerdigungen oder Hochzeiten.

Keine Souvenirs aus der Natur

So schön sie auch aussehen: Wildblumen oder Pflanzen, Steine oder Muscheln sind wichtige Elemente eines empfindlichen Lebensraumes und keine Souvenirs. Was Sie in der Natur entdecken, sollte daher auch unbedingt dort bleiben. Das betrifft auch Holz, Korallen, Seesterne, Elfenbein, Felle, Federn, Häute, Knochen, Zähne und Eier. Im Zweifelsfall lieber liegen lassen.

Genauso wenig sollten Sie Mitbringsel, die definitiv oder möglicherweise aus seltenen Tier- oder Pflanzenarten, Muscheln oder Elfenbein hergestellt wurden, nicht kaufen. Auch deswegen, weil die Ausfuhr dieser und weiterer Naturprodukte verboten ist.

Die Bevölkerung unterstützen

Nachhaltiges Reisen hat immer auch eine soziale Komponente – und damit eine finanzielle. Denn Geld ist der entscheidende Faktor, der eine Wirtschaft wachsen lässt. Sie wiederum entscheiden, wo Sie Ihr Geld ausgeben. Wenn Sie sich vorrangig für lokale Produkte, Restaurants und Unterkünfte entscheiden, geht das Geld direkt an die einheimische Bevölkerung.

Grüne Reise-Unterkünfte

Viele der Übernachtungsmöglichkeiten sind Familienbetriebe im kleinen Stil.  Wenn Sie sich für eine solche Unterkunft entscheiden, fördern Sie das Wachstum der lokalen Wirtschaft. Idealerweise handelt es sich dabei um eine nachhaltig orientierte Unterkunft, die wiederum verschiedene Maßnahmen für mehr Umweltschutz ergreift, ihr Personal fair bezahlt und sozial absichert.

Lokale Dienstleister

Dinner in einem lokalen Restaurant in Namibia
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Nutzen Sie die vor Ort angebotenen Dienstleistungen, etwa in Bezug auf das Essen. Meiden Sie Restaurants von Großkonzernen, die immer mehr Grundstücke aufkaufen und Lebensräume von anderen Menschen und Tieren zerstören.

Gehen Sie stattdessen lieber in lokalen Restaurants essen und kaufen Sie Produkte aus der Region ein. Damit unterstützen Sie die ansässige Wirtschaft und die Einheimischen. Das ist nicht nur authentischer, sondern schmeckt auch viel besser.

Was Sie in den lokalen Restaurants nicht vernachlässigen sollten, ist Trinkgeld zu geben. In den meisten touristisch geprägten Regionen ist das Trinkgeld für die Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie eine bessere Einnahmequelle als das eigentliche Gehalt.

Auch was das Einkaufen von Lebensmitteln oder Souvenirs angeht, sollten Sie sich lieber für lokale Produkte entscheiden.

Wohltätigkeitsorganisationen statt Bettelkinder

Geben Sie bettelnden Kindern kein Geld, keine Geschenke und vor allem keine Süßigkeiten. Es mag Ihnen vielleicht ein gutes Gewissen vermitteln, Ihre Geste kann jedoch hinter den Kulissen zu einem viel größeren Problem führen. Unterstützen Sie besser eine lokale Wohltätigkeitsorganisation oder eine Schule. Diese können jegliche Hilfe gut gebrauchen.

Wasser sparen

Ein besonders großes Problem in Namibia ist die Wasserknappheit. Namibia gilt als das trockenste afrikanische Land südlich der Sahara, weil die Niederschläge nur gering und äußerst unregelmäßig ausfallen. Das Wasser der wenigen ständig Wasser führenden Flüsse – Kunene, Okavango, Sambesi und Oranje – wird zudem mit den Nachbarländern geteilt. Besonders prekär ist die Wassersituation, weil das Land schon seit 2013 mit einer extremen Dürre kämpft – einer der schlimmsten Dürren der vergangenen Jahrzehnte.

Namibia unternimmt große Anstrengungen, um die Wasserversorgung für die Zukunft zu sichern. Gegenwärtig gelten in der Hauptstadt Windhoek strenge Wasservorschriften, um die Ressourcen zu schonen: Haushalte und Unternehmen müssen 30 Prozent ihres Verbrauchs einsparen, da der Wasserstand der Staudämme sehr niedrig ist.

Daher ist es sehr wichtig, dass auch Sie als Reisender sparsam mit dieser wertvollen Ressource umzugehen. Verwenden Sie nicht mehr Wasser als nötig beim Duschen oder Zähneputzen. Vermeiden Sie Hotelanlagen mit Pools oder anderen Extras, für die viel Wasser aufgewendet werden muss. Nutzen Sie in Ihrer Unterkunft die Handtücher mehrmals, damit diese nicht so oft gewaschen werden müssen.

Müll vermeiden

Zum nachhaltigen, umweltschonenden Reisen gehört es auch, vor Ort so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Je unberührter ein Ort bleibt und je weniger die Natur beeinträchtigt wird, desto besser ist es.

Plastikmüll

Plastik ist das größte Müllproblem. Namibias Nationalparks hat schon seit Jahren die Plastiktüten verbannt, aber die kleinen Flaschen Shampoo, Cremes und Duschgel in den Hotel- und Lodge-Zimmern führen zu großen Mengen an Plastikmüll. Wie verlockend diese auch aussehen, widerstehen Sie dem Drang, sie zu verwenden und damit die Produktion und Entsorgung weiter zu stimulieren. Füllen Sie zuhause Mehrwegflaschen mit Ihren eigenen Pflegeprodukten und nutzen Sie diese auf Ihrer Reise.

Zu empfehlen ist außerdem die Verwendung von Mehrwegbechern und -flaschen statt Einweg- und Plastikprodukten. Besser ist eine Flasche aus Glas oder Edelstahl, die Sie für Ihre Touren immer wieder mit Trinkwasser befüllen können. Die Natur wird es Ihnen danken.

Papier

Gehen Sie außerdem sparsam mit der Ressource Papier um, wenn Sie auf Reisen sind oder Ihren nächsten Urlaub planen. Zum Beispiel verstauben Reiseführer nach dem Urlaub in der Regel im Regal und werden nicht wieder angeschaut. Das Geld und vor allem das Papier dafür können Sie sich also im Grunde gleich sparen.

Informieren Sie sich stattdessen in Reiseblogs oder bei den Einheimischen über das Reiseland. Außerdem können Sie sich bei Google Maps die Karte des Reiseziels einfach herunterladen und haben damit eine digitale Stadt- beziehungsweise Landkarte, um sich zurechtzufinden, statt der Variante aus Papier.

Batterien

Verwenden Sie für Ihre Kamera und andere technische Geräte wiederaufladbare Batterien. Sie haben eine lange Lebensdauer und sind letztendlich billiger, noch dazu viel besser für die Umwelt als Einwegbatterien.